Das Modell der 3 Ebenen im menschlichen Organismus hat Georg Vithoulkas, der Direktor der Athenian School of Homoeopathic Medicine, in die Homöopathie eingeführt.
Es scheint ein hilfreiches Werkzeug zu sein, den Schwerpunkt der Erkrankung bei Beginn der Behandlung festzustellen und während der Behandlung den Verlauf der Heilung beurteilen zu können.
Nach diesem Konzept werden 3 Ebenen des menschlichen Seins unterschieden:

1. die geistige Ebene
2. die emotionale Ebene
3. die körperliche Ebene

Die Ebenen existieren nicht unabhängig voneinander, vielmehr besteht eine intensive Wechselwirkung. So gesehen ziehen Veränderungen auf einer Ebene meist auch Veränderungen auf den anderen Ebenen nach sich.

Gesundheit auf den 3 Ebenen:

Die geistige Ebene wird als die höchste und wichtigste Ebene betrachtet. Hier denkt der Mensch, ist schöpferisch tätig. Nach Vithoulkas kann man geistige Gesundheit an einer Klarheit des Ausdrucks, Folgerichtigkeit und Zweckmäßigkeit gedanklicher Vorgänge sowie an einem schöpferischen Handeln erkennen.
Die emotionale Ebene als nächstwichtige beinhaltet sämtliche Gefühlsskalen von Depression über Angstzustände bis hin zu Unzufriedenheit/Reizbarkeit. Gesundheit auf dieser Ebene bedeutet in erster Linie Gefühle, die seelische Kraft und Ausgeglichenheit bewirken.
Die körperliche Ebene wurde seit jeher von der Medizin erforscht. Sie umfasst die gesamte Physiologie des menschlichen Körpers.


Die Ebenen werden nun nicht nur untereinander hierarchisch gegliedert, sondern auch jede einzelne Ebene in sich:

Krankheit auf den 3 Ebenen:

Auf der geistigen Ebene betrachtet man eine vollständige Geistesverwirrung als zentralste Erkrankung, gefolgt von einem Delirium. Weiter werden nach Vithoulkas genannt:
paranoide Vorstellungen, Sinnestäuschungen, Lethargie, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit und schließlich als unterster und am wenigsten beeinträchtigender Zustand - eine Zerstreutheit. 

Auf der emotionalen Ebene wird nach Vithoulkas eine Depression mit Suizidneigung als zentralste und schwerwiegendste Störung begriffen. Es folgen Zustände wie Apathie, Traurigkeit/Schwermut, qualvolle Angst, Phobien.. und Reizbarkeit/Unzufriedenheit als unterste Ebene. Wenn ein Mensch also des öfteren unzufrieden ist, so beeinträchtigt dieser Zustand seine emotionale Gesundheit im Vergleich zu den Störungen, die weiter ‚oben’ innerhalb dieser Ebene stehen, relativ wenig.

Auf der körperlichen Ebene ist das Gehirn sowie das gesamte zentrale Nervensystem als lebensnotwendigstes Organ anzuführen – ist dieses Organ geschädigt, kann kein anderes Organ dessen Funktion übernehmen. Danach folgen Herz, endokrines System, Leber, Lunge, Nieren, primäre Geschlechtsorgane, Muskeln, Knochen und Haut.

Der Schwerpunkt einer Erkrankung kann sich innerhalb einer Ebene nach oben oder unten bewegen. Bewegt sie sich nach 'oben', so dringt die Krankheit weiter vor und erfasst lebenswichtige Bereiche: z.B. wird eine Hauterkrankung mittels Salben u.a. äußeren Anwendungen von der Haut vertrieben – es könnte sich anstelle des Hautausschlages ein Asthma entwickeln. Hier wäre ein zentraleres Organ – die Lunge – betroffen.

Jede Ebene steht mit den anderen beiden in Wechselwirkung – eine Veränderung auf einer Ebene bewirkt auch eine Veränderung auf einer anderen.

Der Organismus ist stets versucht, Störungen von wichtigen Organen fernzuhalten.

Heilung vollzieht sich somit in der Weise, dass Symptome sich zur Peripherie hin bewegen.